Lorn's Lure

Review:

Ich habe gestern Lorn's Lure zuende gespielt und wollte gerne eine Review schreiben, da ich ein bisschen was zu sagen habe:

Lorn's Lure hatte mich genau zum richtigen Zeitpunkt erreicht. Ich war durch ein paar Videos und andere fiktionale Werke auf das Thema von "Megastructures" aufmerksam geworden und war irgendwie richtig hooked von dem Konzept. Ich finde die Erzählungen und Darstellungen von Megastructures einfach so faszinierend. Dass irgendwas in der Lage gewesen sein muss diese offensichtlich unnatürlichen, riesigen Strukturen zu erbauen, ist beeindruckend, aber gleichzeitig irgendwie beängstigend. Man erkennt Einzelteile wie Kabel oder Rohre wieder, nur ist man nun ein winziges Fitzelchen im Vergleich. Der alleinige Anblick schafft es ein Mysterium aufzubauen. Das Ganze dann obendrein in einer dystopischen und heruntergekommenen Welt spielen zu lassen, ist dann meist für mich noch die Kirsche auf der Sahnehaube.

Ich finde, Lorn's Lure schafft es sehr gut dieses Mysterium einzufangen, da die Megastructure richtig gut in Szene gesetzt wird und es dem Spieler eine überraschend große Freiheit beim Erkunden gibt. Da wurde echt ein guter Mittelweg gefunden, der Erkundung zulässt und auch voraussetzt, aber ebenfalls für interessante Parkour Passagen erlaubt. Die 8 verschiedenen Level hatten auch immer etwas Neues und Interessantes zu bieten - ich denke ich hänge auch ein paar Screenshots an die Review unten an.
Ich möchte aber gerne nochmal explizit das Level "Waste Tunnels" hervorheben, da hier ein Gimmick wirklich gut umgesetzt wurde. Hier wird einem nämlich zum Start des Levels eine Flaregun gegeben, mit der man Lichtkugeln schießen kann. Nun wird man in einen riesigen Raum gesetzt, in dem an nur ein paar wenigen Stellen Lichter leuchten. Diese bereits vorhandenen Lichter und die eigens verschießbaren Flares lassen einen also nur grob erahnen, wie der Raum aussieht und man muss sich durch die kleinen Einblicke, die man erhält, selbst ein Bild zeichnen, wie der Raum wohl aufgebaut ist. Gepaart damit, wie atemberaubend und dynamisch sich die Lichtverhältnisse verändern (siehe angehängtes Video), gibt das so eine einzigartige experience, bei der so gut mit der Ungewissheit gespielt wird.
Das Game hat auch einen ziemlich nicen und sehr passenden Soundtrack, der diese einsame und trostlose Atmosphäre nochmal unterstützt. Aber, dass diese Art von Ambient Musik mir gefällt, ist ja kein Wunder - die Beschreibung klingt genau nach meinem Milieu.
Auch die Parkour-Mechaniken waren gut eingesetzt. Diese wurden einem nach und nach gegeben, desto weiter man im Spiel kam und so hat man immer gut die Eigenheiten der verschiedenen Mechaniken sich zu nutze machen können. Man war zum Ende hin ein wenig überladen mit Möglichkeiten, um an Höhe zu erlangen, was denke ich auch der Grund war, weswegen sie eine davon in einem geskripteten Sturz getilgt haben. Jedoch finde ich, dass sie das sogar noch früher hätten machen können, da das vom Parkour her glaube ich sogar mein favourite Level war. Aber eigentlich gab es für mich Gameplaytechnisch kaum was zu beklagen und es hat mir sehr Spaß gemacht dort herumzuklettern.

Was mir nicht so zugesagt hat, war die explizite Lore, die um das Ganze geschnürt wurde. Die Darstellung der Megastructure allein wäre schon genug gewesen, um mich zu begeistern, aber dazu wurden dann halt noch so Nebenschauplätze aufgebaut, die mich einfach nicht so interessiert haben und einem teils auch so ein bisschen mit dem Mysterium der Megastructure auf der Nase herumgetanzt haben. Es braucht halt finde ich keine Personen, die man trifft und die einem sagen, dass es ihnen nicht gut geht oder Texte, die Fragen ausformulieren, wie "Wer hat die Megastructure gebaut?" oder "Hat die Megastructure ein Ende?". Das sind alles Sachen, die die Umgebung schon ganz von alleine kommuniziert - ich brauche das nicht nochmal gesagt zu bekommen.
Das Ende war auch etwas verwirrend. Ich mochte es von der Ästhetik und dem Gameplay, jedoch kam es etwas plötzlich.
Ein weiterer Punkt, den ich ansprechen wollte, waren die Collectibles. An sich boten sie ein nettes Extra, aber dass weiterer Content daran gebunden ist die alle zu sammeln, finde ich nicht so toll, da ich auch nicht so scharf darauf bin jedes einzelne Collectible nachzuholen, das ich beim ersten Mal nicht gefunden hatte. Man schaltet zwar glaube ich nur so experimentelle, kurze Challenge-Levels frei, aber ich denke da hätte es eine freundlichere Lösung gegeben. Zumal man meines Wissens nach auch keine Checkpoints innerhalb Level laden kann und es auch sonst keine weiteren Hilfen gibt, die ungefähr andeuten, wo sich die versteckten Collectibles befinden. Mir fehlten zwar meist nicht viele, aber dafür die Level alle nochmal spielen...ich weiß nicht.

Insgesamt würde ich Lorn's Lure eine 9/10 geben. Es bietet wirklich unfassbar coole Kulissen und hat mir echt Spaß gemacht zu spielen - sehr zu empfehlen!
Vielleicht schaue ich auch nochmal rein und mache ein bisschen Extrastuff, Mal schauen.

Danke fürs Lesen <3

Info

Datum Review: 27.05.2026

Bewertung: 9/10

Genre: Platformer

Release Game: 20.09.2024

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